Tryptophan und seine gesunde Wirkung

Stimmungsschwankungen, Müdigkeit oder depressives Verhalten – Grund dafür könnte ein Mangel an Tryptophan sein. Tryptophan ist nicht nur für den menschlichen Körper essentiell, sondern auch für andere Lebewesen lebenswichtig und übernimmt einige bedeutende Funktionen, zum Beispiel ist es für die Entwicklung unserer Organe zuständig. Es handelt sich dabei um eine Aminosäure, genauer gesagt um eine proteinogene Aminosäure, also um eine, die in einigen pflanzlichen und tierischen Proteinen zu finden ist. Dass der Mensch Tryptophan durch die Nahrung zu sich nimmt, ist außerordentlich wichtig, und trotzdem wissen viele nicht, worum es sich dabei eigentlich genau handelt, wie es funktioniert und was für entscheidende Auswirkungen es auf uns hat.

Geschichte und Entdeckung von Tryptophan

Tryptophan ist eine essentielle Aminosäure. Essentiell bedeutet, dass der Mensch nicht in der Lage ist, sie mit dem eigenen Körper herzustellen, weshalb der menschliche Körper die Aminosäure über die Nahrung aufnehmen muss. Die Form von Tryptophan, die in unserem Körper vorkommt, wird als L-Tryptophan bezeichnet. Das „L“ steht für Lävorotation und beschreibt seine Struktur.

Tryptophan wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von dem Nobelpreisträger Frederick Hopkins entdeckt. Er beschrieb die Struktur von L-Tryptophan und fand heraus, dass der Mensch sie nicht selbst herstellen kann. Zu weiteren Erkenntnissen, die Tryptophan betreffen und aus der Entdeckung von Hopkins entstanden sind, kam der Arzt und Pathologe Christiaan Eijkman. Er hat ein Experiment an Ratten durchgeführt und herausgefunden, dass Vitamine, Mineralien und Aminosäuren, darunter auch L-Tryptophan, unabdingbar für die Entwicklung eines Lebewesens sind.

Aus Tryptophan entsteht Serotonin. Serotonin ist das Hormon, das die Symptome einiger Erkrankungen lindern kann, etwa von Epilepsie, Schizophrenie oder Parkinson. Serotonin wurde im Jahr 1930 von einem italienischen Wissenschaftler entdeckt, er nannte es damals jedoch Enteramin. Sein Arbeitsgebiet konzentrierte sich auf Kontraktionen von Glattmuskeln in Blutgefäßen und dem Magen-Darm-Trakt. Er hat sich nur teilweise für enterechromaffine Zellen interessiert und wusste deshalb nicht, dass es diejenigen Zellen sind, die Serotonin produzieren. Im Jahr 1953 wurde Serotonin auch im Hirngewebe gefunden. Schnell erhielt man die Erkenntnis der Existenz von serotonergen Neuronen im zentralen Nervensystem. Nur wenige Jahre später erkannte man, dass Serotonin der Neurotransmitter ist, der die Symptome von Unzufriedenheit und gar Depressionen bekämpfen kann. Die bedeutende Rolle von Tryptophan und Serotonin war geboren.

So wirkt Tryptophan

Um die Bedeutung und Wirkungsweise von Tryptophan nachvollziehen zu können, ist es wichtig, sich mit der Endokrinologie, also der Lehre von Hormonen, auseinanderzusetzen. Denn L-Tryptophan produziert den Neurotransmitter und zugleich das Glückshormon Serotonin. Es ist das Produkt der Serotoninsynthese, und die Grundlage für diese Synthese ist die Aminosäure Tryptophan.

Serotonin wird im Stoffwechsel eines Menschen gebildet. Zwei Schritte sind wichtig, um Serotonin zu erreichen: eine Hydroxylierung und eine darauffolgende Decarboxylierung. Bei einer Hydroxylierung wird eine Hydroxylgruppe – eine funktionelle Gruppe, die aus einem Sauerstoff- und einem Wasserstoff-Atom besteht – in ein Molekül eingeführt. Um die Aminosäure L-Tryptophan in die Aminosäure 5-Hydroxytryptophan umzuwandeln, benötigt man Tryptophan-Hydroxylase (TPH), ein Enzym, das als biochemischer Katalysator fungiert. Das 5-Hydroxryptophan wird anschließend durch eine Decarboxylierung mit dem Enzym Aromatische-L-Aminosäure-Decarboxylase als Katalysator zu Serotonin.

Der Großteil des Serotonins wird in der Darmschleimhaut produziert, nur ein geringer Teil wird im Gehirn synthetisiert. Dass ein Teil im Gehirn produziert wird, ist jedoch wichtig, da Serotonin nicht in der Lage ist, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden und auf andere Weise in unser Gehirn zu gelangen. Es wird im Blut transportiert und in Vesikeln gespeichert.

Im menschlichen Körper gibt es Rezeptoren, die auf das Hormon Serotonin reagieren. Diese werden 5-HT-Rezeptoren oder einfach Serotoninrezeptoren genannt. Diese Rezeptoren kann man im zentralen Nervensystem und im peripheren Nervensystem finden. Dort, wo sich diese Rezeptoren befinden, beeinflusst Serotonin die Abläufe. Es ist deshalb bei neuronalen Prozessen von Bedeutung und steuert unseren Schlaf, unser Essverhalten und auch unsere Emotionen.

Darum ist Tryptophan so gesund

Tryptophan ist für den Menschen lebensnotwendig. Es hat zahlreiche Funktionen und spielt eine bedeutende Rolle für die Entwicklung vieler Organe unseres Körpers. Aus L-Tryptophan entstehen wichtige Hormone und Vitamine, unteranderem Serotonin, Melatonin und das Vitamin B3. Gemeinsam sorgen sie für das Wohlbefinden des Menschen und die Leistungsfähigkeit des Körpers.

Tryptophan kurbelt den Stoffwechsel an

Tryptophan ist eine Vorstufe von Niacin, dem Vitamin B3. Niacin hat spielt eine bedeutende Rolle für den Stoffwechsel des Körpers und die Energiegewinnung. Es sorgt deshalb für eine gesunde Haut, ist an der Herstellung verschiedener Gewebe und der DNS beteiligt, ist wichtig für die Muskeln und wirkt sich auf das gesamte Nerven- und Verdauungssystem aus. Natürlich sind noch weitere Aminosäuren für eine Haut und Knochen zuständig. Auch Cystein ist zum Beispiel bei der Bildung von Knochen und Haut von Bedeutung, im Gegensatz zu Tryptophan handelt es sich bei Cystein jedoch um eine nichtessentielle Aminosäure und kann vom Körper selbst hergestellt werden.

L-Tryptophan bzw. Niacin entpuppt sich als wahres Allround-Talent. Bekommt der Körper nicht genügend Tryptophan, das er in Niacin umwandeln kann, kann dies zu Durchblutungsstörungen im Herzen, Gehirn und in den Beinen führen. Auch die Energie, die wir durch Kohlehydrate, Fette und Eiweiße gewinnen, haben wir Niacin zu verdanken. Deshalb ist es für die Entwicklung und die Gesundheit des Menschen äußerst wichtig, genügend Tryptophan zu sich zu nehmen.

Tryptophan gegen Depressionen

L-Tryptophan hat eine stimmungsaufhellende Wirkung und kann deshalb positive Effekte bei depressiven Erkrankungen erzielen.

Der Auslöser für eine Winterdepression ist der Mangel an Licht. Die Tage werden kürzer, die Nächte werden länger, und der Mensch scheint keinen einzigen Sonnenstrahl mehr abzubekommen. Die Folge: Wir haben schlechte Laune, sind müde oder erleiden depressive Erkrankungen.

Helles Licht löst, indem es auf die Netzhaut unseres Auges trifft, ein Signal aus, dass unserem Körper mitteilt, dass die Ausschüttung von Melatonin gehemmt werden und die Produktion von Serotonin gesteigert werden soll. Über die Netzhaut gelangen die Lichtreize in ein Nervengeflecht, den Suprachiasmatischen Nucleus, und werden in unserem Körper verarbeitet. Anschließend werden sie an die Zirbeldrüse weitergeleitet. Der Umkehrschluss: Je dunkler es ist, desto mehr Melatonin wird produziert, umso müder wird der Mensch. Je heller es ist, desto mehr Serotonin wird produziert, umso wacher und glücklicher ist der Mensch. Tryptophan wandelt sich im Gehirn des Menschen in Serotonin um und hilft deshalb, Depressionen vorzubeugen und sie zu bekämpfen.

Tryptophan bei Angstzuständen

Bei Angstzuständen wirkt L-Tryptophan ganz ähnlich wie bei Depressionen. Hat ein Mensch Angst, ohne einen bestimmten Grund dafür zu haben – ist es also kein bestimmtes Objekt, Gefühl oder keine bestimmte Situation, vor der jemand Angst hat – ist das Ausmaß eine Krankheit, die als Angststörung bezeichnet wird, und der Betroffene verfällt in einen Angstzustand. Leidet ein Mensch an wochen- oder monatelangen Sorgen und innerer Unruhe, Schlafstörungen, Verkrampfungen oder körperlichen Beschwerden (Magenbeschwerden und Übelkeit, Schwindel oder Herzrasen), spricht vieles für eine Angststörung. Der Auslöser für eine krankhafte Angst könnte ein Tryptophanmangel sein. Wird dem Körper L-Tryptophan zugeführt, ist das daraus entstandene Serotonin in der Lage, den Betroffenen zu beruhigen. Das Glückshormon macht ihn glücklicher und zufriedener. Fühlt sich ein Mensch wohl, kommt es nicht zu Angststörungen, da eine krankhafte Angst meist aus einem negativen Wahrnehmungsgefühl bzw. Unwohlsein hervorgeht. Tryptophan wirkt sich deshalb positiv auf Angstzustände aus, es lindert die Beschwerden und stabilisiert das Selbstempfinden.

Tryptophan hilft bei Schlafstörungen

L-Tryptophan beeinflusst unseren Schlaf und steuert unseren Tag-Nacht-Rhythmus, da das daraus entstehende Serotonin eine Vorstufe des Schlafhormons Melatonin ist. Unsere innere Uhr, oder wissenschaftlich ausgedrückt unser circadianer Rhythmus, sorgt dafür, dass die Melatoninkonzentration in unserem Blut nachts und wenn es dunkel ist, am höchsten ist.

Dieser Rhythmus wird nämlich von den suprachiasmatischen Kerngebieten (SCN) gesteuert, und der Melatoninspiegel wirkt sich wiederum auch auf die SCN aus, wodurch sich ein geschlossener Regelkreis ergibt.

Dadurch wird der Mensch abends müde, findet nachts einen erholsamen Schlaf und wacht morgens munter auf. Warum sind wir im Winter müde? Warum schlafen ältere Menschen weniger? Das liegt daran, dass einige Faktoren die Bildung von Melatonin beeinflussen. Die Dunkelheit im Winter signalisiert den SCN, nachdem sie über die Augen in unseren Körper eingetreten sind, dass mehr Melatonin produziert werden soll. Im Alter lässt der deutlich circadianische Rhythmus nach, weshalb weniger Melatonin gebildet wird.

Leidet ein Mensch an einem Tryptophanmangel, kann er nur schwer einschlafen oder schläft nachts nicht durch. Die Folge: Er ist übermüdet, gereizt und unerholt. Die Zufuhr von L-Tryptophan trägt dazu bei, den Melatoninhaushalt des Körpers wieder ins Gleichgewicht zu bringen und fördert einen gesunden Schlaf.

Tryptophan bei Aggressionen

Leidet der Mensch an Schlafmangel, wird das emotionale Zentrum des Gehirns wesentlich stärker durchblutet. Das führt dazu, dass der Betroffene unausgeglichen und gereizt ist. Ein ausgeruhter Mensch kann Reize aus der Umgebung klar einordnen und verarbeiten. Leidet jemand hingegen an Schlafstörungen, kann er die Emotionen nicht mehr in einen Kontext einbinden. Daraus entsteht unkontrolliertes Verhalten und Aggressivität. Deshalb ist es wichtig, dass der Körper nachts genügend Melatonin produziert, was durch eine Zufuhr von L-Tryptophan möglich ist. Denn ein geregelten circadianischer Rhythmus bzw. ein geregelter Tag-Nacht-Rhythmus lässt Reizbarkeit und Aggressionen gar nicht erst so einfach entstehen.

Tagsüber benötigt der Körper dann das Glückshormon Serotonin, das für Ausgeglichenheit sorgt. Ein Mangel an Serotonin bedingt die Entstehung von Aggressionen, Unzufriedenheit und Angst. Deshalb ist es wichtig, dass der Körper durch die Nahrung ausreichend L-Tryptophan bekommt, damit dieses im Gehirn in Serotonin umgewandelt werden kann. Nicht nur Aggressionen, sondern auch Stimmungsschwankungen können auf diese Weise behandelt werden.

Dieses Phänomen ist nicht nur bei Menschen zu beobachten, auch einige Hundebesitzer könnten das Problem kennen: Bekommt ihr Hund etwas Falsches zu essen, kann sich das in aggressivem Verhalten äußern. Aus diesem Grund sollte, egal ob beim Mensch oder Hund, protein- und tryptophanreiche Nahrung auf dem Speiseplan stehen.

Ein zusätzlicher Tipp: Ob ein Hund tatsächlich an einem Serotoninmangel leidet, kann durch eine Hormon-Analyse, die bei einem Aggressions-Test inbegriffen ist, herausgefunden werden.

Tryptophan steigert die Leistung des Gedächtnisses

Tryptophan ist für die Weiterleitung von Informationen und die Steuerung von Impulsen zuständig. Wird durch eine proteinreiche Nahrung L-Tryptophan aufgenommen, wandelt sich dieses im Gehirn in das Hormon und zugleich Botenstoff Serotonin um. Ein ausgeglichener Serotonin Haushalt macht das Gehirn leistungsstärker, aufnahmefähiger und fördert die Aufmerksamkeit. Das resultiert darin, dass der Mensch und sein Körper bestimmte Aufgaben genauer umsetzen können. Außerdem unterstützt Serotonin die Konzentrationsfähigkeit.

Eine Studie hat die neurochemischen Veränderungen und die Auswirkungen von Tryptophan auf die Lernfähigkeit und Gedächtnisleistung untersucht. Dabei wurde herausgefunden, dass die Aminosäure das Erinnerungsvermögen beachtlich ankurbelt. L-Tryptophan und das damit einhergehende Serotonin spielen eine bedeutende Rolle für das Gedächtnis und die Konzentration. Eine erhöhte Menge an Serotonin im Gehirn verbessert die kognitive Leistung sowohl bei Menschen als auch bei Tieren, ein niedriger Tryptophanspiegel hingegen mindert die Gedächtnisleistung. Aus diesem Grund sollte auf eine ausreichende Zufuhr von Tryptophan und Serotonin geachtet werden.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25176356

Tryptophan bei Hautkrankheiten

Aminosäuren sind für körpereigene Prozesse verantwortlich und deshalb für eine gesunde Haut und gesundes Haar unabdingbar. L-Tryptophan wird deshalb auch als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Es ist in der Lage, Entzündungen von Hautbeschwerden oder Haarausfall zu bekämpfen. Ein Mangel an Tryptophan kann zum Beispiel der Auslöser für trockene, schuppige Haut oder Hautkrankheiten sein.

Entzündliche Hautkrankheiten (Akne, Dermatitis, Rosacea) werden oft durch oxidativen Stress ausgelöst. Das bedeutet, dass der Körper zu viele schädliche freie Radikale bildet, die er nicht alleine abbauen kann, da nicht genügend Antioxidantien vorhanden sind. Oxidativer Stress entsteht durch die Produkte des Tryptophan-Abbaus, die als Knyurenine bezeichnet werden. Durch einen gestörten Tryptophan-Stoffwechsel können deshalb entzündliche Hautkrankheiten entstehen.

Wird dem Körper durch die richtige Nahrung oder durch ergänzende Mittel ausreichend L-Tryptophan zugeführt, können diese Erkrankungen reguliert und gemindert werden. Deshalb spielt es eine entscheidende Rolle für eine schöne Haut, die sich wohl fühlt.

Tryptophan hat eine positive Auswirkung auf die Leber

Tryptophan hat eine große Bedeutung für den Stoffwechsel der Leber, denn ein weiteres Produkt, das daraus entsteht, ist Niacin, das auch als Vitamin B3 bekannt ist. Im Jahr 2010 wurde eine Studie durchgeführt, die untersucht hat, inwieweit L-Tryptophan Steatohepatitis bekämpfen kann. Steatohepatitis, umgangssprachlich Fettleber-Hepatitis, ist eine Krankheit der Leber, die sich in entzündlichen Reaktionen in einer Fettleber äußert. Die Ursache für eine Steatohepatitis können Viren sein oder auch oxidativer Stress.

Den Probanden wurden im Laufe der Studie täglich Tryptophan durch spezielle Präparate zugeführt. Es hat dabei die Ausbreitung der Krankheit beachtlich gehemmt und das Wohlbefinden der Betroffenen verbessert. Das liegt daran, dass das zusätzliche L-Tryptophan ihren Triglyceridspiegel und die Menge an inflammatorischen Zytokinen reguliert hat.

Die Folgerung: L-Tryptophan kann sich äußerst positiv auf die Leber auswirken und Lebererkrankungen effektiv bekämpfen. Das L-Tryptophan ist nicht nur in der Lage, Leberkrankheiten und deren Ursachen entgegenzuwirken, es verbessert auch schnell das Allgemeinbefinden der Patienten.

Tryptophan verbessert die sportliche Leistung

Serotonin sorgt dafür, dass der Körper glücklich und fit ist. Dieses Glücksempfinden mindert wiederum Ermüdungserscheinungen beim Sport. Steht unserem Gehirn nicht ausreichend Serotonin zur Verfügung, signalisiert es dem Körper und seinen Muskeln, ihre mechanische Arbeitsphase zu stoppen.

Umgekehrt kann eine Erhöhung des Tryptophans die Leistungsfähigkeit eines Sportlers erhöhen. Auf diese Weise ermüdet er beim Sport nicht so schnell, seine Ausdauer wächst an. L-Tryptophan wird deshalb auch für Sportler als ideales Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Die Produkte sind eine kluge Alternative für diejenigen, denen es nicht gelingt, eine ausreichende Menge durch eine entsprechende Ernährung zu sich zu nehmen.

Tryptophan sorgt für einen ruhigen Schlaf, dieser ist eine wichtige Voraussetzung für die Synthese von Wachstumshormonen. Die Entstehung des Hormons wird durch die Aminosäuren Arginin und Glutamin stimuliert, ebenso sind Zink, Mangan und das Vitamin B6 und C vonnöten. Auch Carnitin und Tyrosin sind am Stoffwechsel und der Fettverbrennung beteiligt.

Gemeinsam mit den Aminosäuren Arginin, Carnitin, Glutamin, Tyrosin und Methionin sowie den Vitaminen B und C trägt Tryptophan zum Muskelaufbau bei, steigert die Fettverbrennung und sorgt für eine gesunde Fitness. Es ist deshalb für Personen, die regelmäßig Sport treiben, besonders wichtig durch eine ausgewogene Ernährung oder auch Nahrungsergänzung den nötigen Vitamin und Aminosäuren Bedarf zu decken.

Tryptophan hilft beim Abnehmen

Das aus Tryptophan gewonnene Hormon Serotonin hat eine appetithemmende Wirkung. Das bedeutet nicht, dass ein Mensch, der ausreichend L-Tryptophan im Gehirn umwandelt, nichts mehr essen möchte, gar keinen Hunger mehr verspürt und krank wird. Ganz im Gegenteil, das Serotonin sorgt dafür, dass der Mensch das Richtige isst und reguliert sein Hungergefühl. Dadurch haben Heißhungerattacken und Zuckersucht keine Chance, die kurzfristige Kontrolle über den menschlichen Körper zu erlangen. Mit genügend L-Tryptophan fällt es dem Menschen durch geregelte Nahrungszufuhr leichter, abzunehmen. Besonders in Kombination mit Sport können beachtliche Fortschritte erzielt werden, da das Glückshormon Serotonin außerdem die sportliche Leistungsfähigkeit steigert und das Training so länger durchgehalten wird. Tryptophan und eine ruhige Nacht sind außerdem die Voraussetzung für den Muskelaufbau – es ist also perfekt für Personen geeignet, die viel Wert auf Training und Fitness legen.

Tryptophan bei ADHS

Das Glückshormon Serotonin kann ebenfalls dazu beitragen, eine Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) zu mindern. Serotonin reguliert die Stimmung und beeinflusst unser Sozialverhalten maßgeblich, seine beruhigende und wohltuende Wirkung kann positive Effekte auf unter ADHS leidende Menschen haben. Nimmt der Mensch ausreichend Tryptophan zu sich, werden Unaufmerksamkeit, Unruhe und die erhöhten Impulse eingedämmt und Eigenschaften wie Konzentrationsstärke, Ausgeglichenheit und Achtsamkeit gefördert. Es gibt einige Studien, die bestätigen, dass Tryptophan die Stimmungslage beeinflusst und ein geregeltes, gesundes Sozialverhalten bestärken kann, so auch bei ADHS Patienten.

L-Tryptophan verbessert die Laune, sorgt für einen geregelten Tag-Nacht-Rhythmus und einen gesunden Schlaf und fördert das Konzentrationsvermögen und die psychische und physische Leistungsfähigkeit. Die Auswirkungen von Tryptophan und seinem Mangel auf das menschliche Wohlbefinden und den Alltag sind immens. Die folgende Liste gibt einen Überblick über die Einsatzgebiete von Tryptophan und über die Beschwerden, bei denen es eine Verbesserung erzielen kann.

    • Depressionen
    • Stimmungsschwankungen, Aggressivität und Unausgeglichenheit
    • Angststörungen
    • ADHS
    • Erkrankungen der Schilddrüse
    • Histaminintoleranz
    • Hauterkrankungen
    • Vitamin B6 Mangel
    • Tourette-Syndrom
    • Schlafstörungen
    • Kopfschmerzen und Migräne
    • Raucherentwöhnung
    • Lebererkrankungen
    • Reizdarm
    • Erhöhte Blutfettwerte

Außerdem hat Tryptophan

    • eine appetithemmende Wirkung
    • es fördert die sportliche Leistung
    • und hilft beim Abnehmen

Dabei treten bei einer Einnahme von Tryptophan nur mit geringer Wahrscheinlichkeit Nebenwirkungen auf. Zu den Nebenwirkungen, die meist nur durch Überdosierung hervorgerufen werden, zählen Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit oder Lichtempfindlichkeit. Die übliche Dosierung als Arzneimittel liegt zwischen 500 mg Tryptophan und 2 g Tryptophan, in der Regel werden Tabletten, die je 500 mg Tryptophan enthalten. Vorsicht ist bei schwangeren Frauen und Kindern und Jugendlichen geboten, da noch keine ausreichenden Erfahrungen in einer Therapie mit Tryptophan vorliegen. Wenn diese Personengruppen mit einer Einnahme von Tryptophan beginnen wollen, sollte Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden. In bestimmten Fällen, besonders wenn andere Arzneimittel eingenommen werden, darf Tryptophan nicht eingenommen werden, da es zu Wechselwirkungen kommen kann.

Daran erkennt man einen Mangel an Tryptophan

Bekommen der Körper und das Gehirn nicht ausreichend L-Tryptophan, kann das einige Auswirkungen auf den psychischen und physischen Zustand eines Menschen haben. Tryptophan ist für die Entwicklung vieler Organe zuständig, seine Wirkungen auf die Zufriedenheit und das Glücksempfinden sind von großer Bedeutung, auch trägt es zu einem gesunden Stoffwechsel und einen erholsamen Schlaf bei. Nimmt ein Mensch durch Nahrung nicht genügend Tryptophan zu sich, kann dies einige negative Folgen haben. Dabei gibt es einige Symptome, die auf einen Tryptophanmangel hinweisen.

    • Aggressivität, Stimmungsschwankungen oder Depressionen

L-Tryptophan ist eine Vorstufe des Hormons Serotonin. Serotonin wird auch als Wohlfühl- oder Glückshormon bezeichnet, da es für das seelische Wohlbefinden eines Menschen zuständig ist. Produziert das Gehirn ausreichend Serotonin, fühlen wir uns zufrieden und ausgeglichen. Mangelt es ihm jedoch an Serotonin, machen sich oft Stimmungsschwankungen oder aggressives Verhalten bemerkbar. Auch Depressionen können die Folge sein.

    • Schlafstörungen, Erschöpfung und Müdigkeit

Tryptophan ist wichtig für einen gesunden Schlaf. Ein Mangel an L-Tryptophan kann ausschlaggebend für Schlafstörungen sein, und der Betroffene hat Probleme beim Einschlafen oder kann nachts nicht durchschlafen. Erschöpfung und Müdigkeit sind die Folgen.

    • Konzentrationsschwäche

Tryptophan und Serotonin spielen eine bedeutende Rolle für das Gedächtnis und die Konzentration. Eine erhöhte Menge an Serotonin im Gehirn verbessert die kognitive Leistung sowohl bei Menschen als auch bei Tieren, ein Mangel an Serotonin mindert die Gedächtnisleistung.

    • Erkrankungen der Haut

Entzündliche Hauterkrankungen können durch oxidativen Stress entstehen. Dieser ist oft eine Folge eines Tryptophan-Abbaus. Fehlt dem Körper Tryptophan, können unbeliebte Hautprobleme wie Akne, Dermatitis oder Rosacea entstehen.

    • Angststörungen und innere Unruhe

Auch Angststörungen und innere Unruhe sind auf einen Mangel an Tryptophan oder genauer gesagt einen Mangel an Serotonin zurückzuführen. Fehlen dem Körper Glückshormone, macht sich eine innere Unruhe bemerkbar, die sogar zu einer Angststörung führen kann.

    • Heißhunger und Zuckersucht

L-Tryptophan hat eine appetithemmende Wirkung. Wird dem Körper nicht ausreichend Tryptophan zugeführt, können Heißhungerattacken oder eine Zuckersucht die Folge sein.

Die Wirkungen von Tryptophan, Serotonin und Melatonin sind äußerst vielfältig. Ob tatsächlich ein Tryptophanmangel vorliegt, kann von einem Arzt festgestellt werden.

So lässt sich der Serotonin Spiegel erhöhen

Ernährung

Der Serotonin Spiegel des Körpers kann durch die richtige Ernährung erhöht werden. Serotonin ist in vielen Lebensmitteln enthalten, zum Beispiel sind Bananen reich an Serotonin. Doch das Serotonin, das direkt über die Nahrung aufgenommen wird, ist nicht in der Lage, unser Gehirn zu erreichen, da es die Blut-Hirnschranke nicht passieren kann. Es befindet sich zwar in unserem Körper, hat aber keine positiven Auswirkungen auf unseren seelischen Zustand oder unsere Gedächtnisleistung. Es verliert seine Wirkung. Deshalb ist es wichtig, stattdessen seine Vorstufe L-Tryptophan durch proteinreiche Lebensmittel aufzunehmen. Denn das Tryptophan kann diese Schranke im Gegensatz zu Serotonin passieren und somit auch im Gehirn wirken.

Einige proteinreiche Lebensmittel, gesunde Fette und komplexe Kohlehydrate sind reich an Tryptophan und erhöhen unseren Serotonin-Spiegel. Dunkle Schokolade, Nüsse, Vollkornbrot oder -pasta gehören zu denjenigen Lebensmitteln, die den Serotonin-Spiegel ankurbeln und viel Tryptophan enthalten. Auf einfache Kohlehydrate oder Wachmacher wie Kaffee oder Energydrinks sollte hingegen verzichtet werden.

Sport

Sport macht glücklich und ausgeglichen. Das liegt daran, dass beim Sport äußerst viel Tryptophan in das Gehirn gelangen kann. Der Körper wandelt Glucose und einige Aminosäuren direkt in Energie um, nicht aber das L-Tryptophan. So kann es ganz einfach die Blut-Hirnschranke passieren, da es nicht mit anderen Aminosäuren um den Eintritt konkurriert. Bewegung oder Sport an der frischen Luft eignen sich daher besonders dafür, den Serotonin Spiegel zu erhöhen, da die Produktion des Glückshormons durch Sport und Licht zeitgleich angeregt wird.

Lichttherapie

Licht hilft dem Körper dabei, Serotonin zu produzieren. Das ist auch der Grund dafür, warum ein Mensch im Sommer an langen, hellen Tagen glücklicher ist als im Winter, wo die Nacht kein Ende zu nehmen scheint. Um den Serotonin Spiegel zu erhöhen, ist es also wichtig, genügend natürliches Licht zu bekommen und zum Beispiel viel Zeit draußen zu verbringen.

Ein Spaziergang am Morgen oder zur Mittagszeit kann die Stimmung verbessern. Ebenso ist es ratsam, seinen Arbeitsplatz oder den Sessel im Wohnzimmer ans Fenster zu verlegen. Eine Lichttherapie ist deshalb auch bei Depressionen sinnvoll, da sich das gewonnene Serotonin positiv auf das Wohlbefinden der Erkrankten auswirkt und die Beschwerden lindert.

Fazit

Die Aminosäure Tryptophan erfüllt einige wichtige Funktionen des Körpers. Es wirkt sich sowohl auf das seelische als auch das körperliche Wohlbefinden aus. Es ist deshalb von großer Bedeutung, ausreichende Mengen durch eine ausgewogene, proteinreiche Nahrung zu sich zu nehmen, da ein Mangel an Tryptophan einige negative Konsequenzen mit sich bringen kann. Gelingt es einem Menschen nicht, dem Körper genug Tryptophan zuzuführen oder hat derjenige einen erhöhten Bedarf, eignen sich Nahrungsergänzungsmittel dafür, das Ungleichgewicht auszubalancieren. Zur Nahrungsergänzung werden Tabletten, Kapseln oder Pulver an.